Amiga 500/600/1200 Netzteil Umbau / Reparatur für Anfänger – Schritt für Schritt Tutorial / Anleitung

Amiga 500/600/1200 Netzteil Umbau / Reparatur für Anfänger – Schritt für Schritt Tutorial / Anleitung

 

Es gibt zwei Hauptprobleme bei Classic Amigas. Problem Nr.1 sind die auslaufenden Elkos und Problem Nr.2 sind zu schwache, kaputte oder teildefekte Netzteile (PSU’s) für unser Freundin.

Problem Nr.2 wollen wir uns heute widmen.

Im folgenden findet ihr eine Schritt für Schritt Anleitung mit vielen Bildern.

 

Die Nutzung dieser Anleitung geschieht auf eigene Gefahr. Bitte setzt dieses Tutorial nur um wenn ihr euch grundlegend mit Elektronik auskennt.

 

Dabei werden aktuell erhältliche Komponenten benutzt, welche ich unter dem Artikel verlinke.

Wir bauen in diesem Tutorial in das Gehäuse eines alten defekten Commodore AmigaNetzteils, ein aktuelles Pico PSU (NT) ein.

Wichtig: Bitte macht den Umbau mit äußerster Vorsicht, und nie mit eingestecktem Stromstecker arbeiten.

“Erdet” euch vorher und zwischendurch (zum Beispiel am Heizkörperrohr)

 

Was wird benötigt:

 

Folgende Werkzeuge werden benötigt:

– scharfes Messer (zum abisolieren der Kabelenden)

– Schere oder kleine Zange (zum abschneiden der Kabel)

– Stromprüfer (zum Aufschrauben des alten Netzteils)

 

Folgende Materialien werden benötigt:

– Netzteil: VLT60-3000 Ebay Link 

– Lüsterklemmen: Ebay Link

– Schrumpfschaluch (zur Not: Isolierband / Panzertape)

– Multimeter (nicht zwingend, aber empfohlen) (falls nicht vorhanden) zb. DT-830B (Ebay Link)

Gesamtkosten ca. 20€

 

 

Solch ein Netzteil von Commodore wird modernisiert.

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (4)

 

So sieht es nach dem Abschrauben des Deckels aus.

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (5)

Hier folgen Detailaufnahmen des alten Netzteils

Gut zu erkennen, in unserem Fall sind die Kabel des Netzteils wie folg belegt:

Rotes Kabel  = +5 Volt Leitung

Schwarzes Kabel = GND (also Masse)

Braunes Kabel = +12 Volt Leitung

Weisses Kabel = -12 Volt Leitung

Gelbes Kabel = Masse Kabel

Wichtig: Bevor ihr die Kabel abschneidet vom alten Netzteil, schreibt euch die Belegung unbedingt auf, da eure Kabel ggf. andere Farben haben können!!!

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (6)

Sollte bei euch die Beschriftung fehlen, könnt ihr anhand folgender Grafik (danke an milfos) die Kabel mit Hilfe des Multimeters selbst bestimmen.

Amiga_power_ connector_ pinout

Hier seht ihr den Anschluss des Stromführenden Kabels am alten Netzteil.

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (7)

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (8)

Hier ist wieder wichtig sich ebenfalls die Kabel zu merken:

Braunes Kabel = Spannungsführend

(Der Buchstabe “L” bezeichnet dabei den Außenleiter, welcher spannungsführendend ist)

Blaues Kabel = Neutralleiter

Der Buchstabe “N” bezeichnet dagegen den Neutralleiter, welcher ohne Spannung ist und auf gleichem Potenzial mit dem Schutzleiter liegt.

Grün Gelbes Kabel = Schutzleiter

(ich nenn es immer Masse oder Erdung)

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (9)

Hier seht ihr jetzt noch mal das Micro Netzteil welches eingebaut werden soll

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (3)

Der breiteste Stecker der auf dem neuem Netzteil steckt wird nun vom Netzteil gezogen, und entsprechend lang abgeschnitten.

Die Belegung des Netzteils ist wie folgt:

Schwarz = +12 Volt

Blau = -12 Volt

2 Weisse Kabel = Masse

2 Rote Kabel = +5 Volt

Wichtig: Die Kabel  können bei euch andere Farben haben!!! Aber die Belegung ist bei diesen Netzteilen immer Identisch. Das bedeutet das Pin1 +12 Volt, Pin 2 -12Volt, Pin 3&4 =Masse, und Pin 5&6 +5 Volt sind.

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (10)

Hier nochmal deutlich Beschriftet für euch

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (10)_1

Nun geht es ums eingemachte ;)

Wir wissen das:

Rotes Kabel (Amigaseitig) = +5Volt waren

&

2 Rote Kabel am Netzteilanschluss auch +5Volt sind.

Nun verbinden wir die beiden +5 Volt Leitungen mit der +5Volt Leitung des Amiga Kabels.

Ich habe das mittels Lüsterklemmen gelöst.

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (11)

So arbeiten wir uns durch die einzelnen Kabel durch bis alle verbunden sind.

Bei mir ist es wie folgt:

Braun (Amiga) an Schwarz (PSU) = +12 Volt

Weiss (Amiga) an Blau (PSU) = -12 Volt

Schwarz (Amiga) an 2 x Weiss (PSU) = Masse

Rot (Amiga) an 2 x Rot (PSU) = +5 Volt

Gelbes Kabel (Amiga) an Masse Anschluss (Stecker am Netzteil) [nicht auf dem Bild, aber weiter unten)

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (12)

Nun schneiden wir das andere Kabel so ab das es wie folgt aussieht

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (13)

Hier seht ihr nun wie das Gelbe Kabel (Amiga) an das Gelb Grüne Kabel (Netzteil Stecker angeklemmt wurde)

Weiterhin wurde der Schutzleiter (Gelb Grünes Kabel vom Stromkabel per Schraube und Mutter (vom alten Netzteil) an dem neuem Netzteil befestigt.

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (14)

Nun kommen wir schon in die Endphase des Umbaus.

Vom abgeschnittenen alten Schalter müssen wir nun das Kabel welches am untersten Ende vom Schalter ist mit dem Braunen Kabel verbinden.

Den zweiten Anschluss am alten Schalter verbinden wir mit dem Braunen Kabel des Netzteil Steckers.

Den Blauen Kabel (Amiga) verbinden wir mit dem Blauen Kabel des Netzteil Steckers.

Also:

Braun (Amiga) an untersten Kabel _schwarz_ (Schalter) = (Außenleiter 220Volt)

_schwarzes_Kabel (Schalter) an Braunes Kabel (Netzteilstecker)

Blaues Kabel (Amiga) an Blaues Kabel (Netzteilstecker) (Neutralleiter)

Zur Erklärung, der Schalter unterbricht die Spannungsführende Leitung womit es möglich ist das Netzteil wie gewohnt, Ein und Aus zu schalten.

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (15)_1

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (15)

Nun hatte ich ein Problem.

Da es ein Schaltnetzteil ist, wurde mir trotz eingeschaltetem Zustand keine Werte am Multimeter angezeigt.

Ich musste mir also selbst vertrauen und einen “Test Amiga” nutzen. Denn nur wenn ein Verbraucher am Netzteil hängt führt dieses die Spannung zur Steckverbindung.

Als Multimeter kam folgendes Modell mit folgender Schalterstellung zum Einsatz:

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (29)

Nun der Test ob der Amiga anläuft:

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AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (28)

Siehe da, alles richtig gemacht. Der Amiga 600 läuft ohne Probleme an.

Auch der voll aufgerüstete Amiga 1200 läuft problemlos:

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (18)

Das SCSI Laufwerk funktioniert natürlich auch.

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (19)

Nun, da ein Endverbraucher am Netzteil hängt, können wir die Spannungen prüfen:

Hier seht ihr wie ihr den Multimeter richtig verbindet.

Das Schwarze Kabel muss an die Masse des Netzteils.

Mit dem Roten Kabel könnt ihr dann die Steckerleiste durchgehen und Messen.

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (27)

Pin 1 = +12,3 Volt

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Pin 2 = -11,6 Volt

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (24)

Pin 5 = +5Volt

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (25)

Pin 6 natürlich auch +5 Volt

Pin 3+4 zeigen natürlich 0 an (weil Masseanschluss)

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (26)

Wichtig bevor ihr alles zusammen baut, die einzelnen Lüsterklemmen noch unbedingt isolieren.

Ich habe (da nichts anderes zur Hand) graues Panzertape dafür genommen.

So sieht das ganze im Netzteilgehäuse des Commodore Amiga dann aus.

Ich hätte die Kabel noch kürzen können, aber das wusste ich am Anfang nicht, von daher habe ich sie lieber etwas länger gelassen.

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (20)

Der Deckel passt. Und euer defektes Netzteil hat nun viel mehr Power als jedes andere Desktop Commodore Netzteil zuvor.

Wenn ich richtig gemessen habe, habe ich nun auf der 5Volt Leitung um die 10 Ampere. (vorher 2,5 Ampere)

AmigaNetzteilUmbau_Amiga68k (21)

Ich hoffe es war soweit verständlich und hilft uns allen dabei das Hobby AMIGA noch lange weiter betreiben zu können.

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