ACA 500 im amiga68k.de Test

Lieferumfang:

Heute sehe ich mir die ACA500 von Individual Computers genauer an, die Karte kommt in der typischen Box von Individual Computers.

In dieser findet man nach dem öffnen einen schicken Aufkleber, eine deutsche und englische Anleitung, so wie die ACA 500 selbst.  Jens Schönfeld hat hier eine Erweiterungskarte für den Amiga 500 auf den Markt gebracht, mit der sich der A500 erweitern lässt, ohne das man ihn öffnen muss. Erst 26 Jahre nach dem Erscheinen des A500, ist es möglich den Chipmem zu erweitern, ohne das  dafür mechanische Änderungen und Lötarbeiten vornehmen zu müssen! Die Karte wird einfach seitlich am Expansion Port des Amiga 500 angesteckt.

Die Hardware:

Hardwareseitig bietet die ACA500 2x CF Kartenslots, einer davon sogar mit FAT95 Support. Beide sind 64Bit fähig und mit dem richtigen Dateisystem können also auch CF-Karten verwendet werden, die größer sind als 4GB. Des weiteren findet man einen Erweiterungsport, der auf der Oberseite mit Nethwork/USB Modul beschriftet ist, die Kontakte sind nach beiden Seiten offen (ein sogenannter bottom entry), somit wird es spannend wie die Module aussehen werden. Auch sticht unten noch der MC68EC00FN10 ins Auge, der mit 14 MHz angefeuert wird. Auf der Oberseite finden wir einen Clockport, mit den Hinweisen auf die Subway, Delfina und Silversurfer.  Dann wäre noch zu guter letzt der A1200 CPU Karten Slot, mit dem man die ACA500 mit einer A1200 Turbokarte erweitern kann. Jedoch müssen diese Karten gewisse Spezifikationen erfüllen, die Karten ACA 1220, 1231 und 1232 werden hierfür vorgegeben.

Die Karte kommt zwar ohne Gehäuse, jedoch wurde wie gewohnt, von Jens nicht mit dem Bestückungsdruck und Beschriftungen gegeizt. Für eine zusätzliche Führung der CF sorgt eine Plexiglasscheibe, die auch das Blinken der Leds, für den Zugriff auf den Karten Slot nach vorne überträgt.

Der erste Start:

Nach dem Einschalten begrüßt uns die ACA500 mit einem komfortablen Menu. Sollte sich jedoch der Kickstartscreen melden, steckt mit grosser Wahrscheinlichkeit eine CF Karte in der ACA500, die nicht kompatibel ist, auch wenn dies wenige sind.

Alle Begriffe des Startmenüs sollten eigentlich selbsterklärend sein, allerdings sollte man sich das Experten Menu (F10) etwas genauer ansehen. Hier lässt sich auch die ausgewählte Sprache speichern, damit das Menu beim nächsten Kaltstart auch in Deutsch erscheint, so wie die Profile 1 und 2.

Erstes Highlight was einem beim Start auffällt, man kann Kickstart 1.3 und 3.1 booten. Die ACA 500 kommt mit den Lizenzen für Kickstart 1.3 und 3.1! Wenn man dem Amiga 500 noch ein physisches Kickstart ROM 1.2 verpasst, hat man sogar die Auswahlmöglichkeiten zwischen allen 3 Kickstartversionen. Somit sollten von dieser Seite dann schon mal alle wichtigen Konfigurationsmöglichkeiten abgedeckt sein.

Wenn man jetzt noch ein Rev 6 Board besitzt mit passendem Agnus (1MB), sowie einer internen (Trapdoorslot)  512KB Speichererweiterung. Lässt sich der Chipmem Sogar auf 1MB erweitern. Wie bereits beschrieben, funktioniert dies das erste mal in der Amiga 500 Geschichte, ohne ihn öffnen zu müssen!

FastRAM bietet uns die Karte 2MB (abzüglich 512KB MapROM). Es lässt sich im Experten Menu somit jegliche erdenkbare Speicherkonfiguration erstellen.

Da meine Lady eine Rev 6a ist und auch die restlichen Anforderungen für 1MB Chipmem erfüllt, erstelle ich für mich erstmal die passende Konfig für Kick 3.1, Chipmem und Fastram  alles erstmal auf ein und dann noch noch no-click damit das Diskettenlaufwerk ruhe gibt.

Installation der Workbench:

Ich bereite mir meine Workbench 3.1 Disketten vor. Nehme gleich mal meine SanDisk Ultra II mit 4GB die ich bis jetzt weder am A1200 noch am A600 zum laufen überreden konnte. Nach dem booten der Installdisk erkennt HDToolbox anstandslos die 4GB CF. Hier 2 Partitionen mit PFS 3 eingerichtet, PFS3 war ein kommerzielles Filesystem, das Anfang 2011 open source wurde (technische Details Amiga-Wiki) . Neustart und nach dem Formatieren der 2 Partitionen wird die Workbench 3.1 installiert, um eine gute Basis zu haben, kommt noch BetterWBdazu. Alle Disketten raus und Neustart. Der Amiga 500 startet von der Compact Flashkarte, die Workbench 3.1 kommt zum Vorschein.

Datenaustausch mit dem PC:

Jetzt folgt der 2 Test. Die PC Formatierte Fat95 CF Karte. Der Amiga wird ausgeschalten und mit dieser Karte bestückt. Die CF Kartenslots sind nicht Hotplug fähig, steht jedoch aber auch direkt so auf der Karte. Workbench wird geladen, und die Fat95 Karte wird ohne weitere Treiberinstallation erkannt. Wirklich eine angenehme Lösung um Dateien zu transportieren.

Geschwindigkeitstest:

Jetzt an den Speedtest, hier benutze ich Sysinfo 4.0 von sysinfo.d0.se. Der CPU Speedtest zeigt mir gut den doppelten Balken des A600 an und meldet sich mit 1450 Drystones.  Die CF Karte muss sich mit knapp 1.9 MB Datendurchsatz auch nicht verstecken.

Fazit:

Die ACA500 ist ein gelungenes Stück Hardware, das sehr viele vermisste Features für den Amiga 500 bringt. Durch die einfache Installation und das leicht verständliche Menü ist die Karte ideal für Wieder- und Neueinsteiger. Für die Poweruser bleibt die Option für A1200 Karten, damit der Amiga richtig Dampf bekommt. Die Karte ist bei fast allen örtlichen Amiga Händlern erwerben, so wie direkt bei Individual Computers für 79,90 Euro. Das ist ein mehr als fairer Preis, wenn man beobachtet wie gebrauchte Amiga Hardware in verschieden Auktionshäusern zur Zeit gehandelt wird.

 

Tipps zur ACA500

Tipp 1: Der Aux Karten Slot (PC/Amiga), lässt sich über aux.scsi.device in der HDToolbox ansprechen, falls jemand hier eine weitere CF Karte für den Amiga einrichten will.

Tipp 2: Nach einem Warmstart (Affengriff) gelangt man in ACA500 Menu erneut, durch drücken der linken Maustaste. Sollte hier noch Probleme bestehen, habt Ihr mit grosser Wahrscheinlichkeit noch die Firmeware V0.81 auf der Karte. Dieser Fehler ist in der V0.85 behoben. Beschreibung zum flaschen finder Ihr hier

Tipp 3: Im a1k.org Forum wurde noch ein Tip für Dualboot von Workbench 1.3 und 3.1 gepostet. Damit die Workbench 3.1 Partition in der Workbench 1.3 nicht als “not a  DOS Disk” angezeigt wird, muss man beide Partitionen mit der Workbench 2.1 und dessen Fastfilesystem einrichten. Dann kann man von der Workbench 1.3 auf die Workbench 3.1 zugreifen.

Tipp 4: Sollte nach dem anstecken der ACA500 das Kickstartbild erscheinen, oder der Amiga 500 sehr lange brauchen bis das ACA500 Menü erscheint, kann man die Kontakte des Expansion Ports einfach mit einem normalen Radiergummi reinigen. Durch das Alter des Amiga 500 können die Kontakte verschmutzt sein.

Achtung, die Karte ist nicht mit der Rev. V3 des Amiga 500 kompatibel. Jedoch dürften hiervon nicht mehr viele im Umlauf sein.

Zur guter letzt noch ein paar Bilder für euch.

 

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