A608 – Amiga 600 FastRam Erweiterung – Test

Der Überblick:

„Speicher kann man nie genug haben“ ist ein gängiger Spruch bei Computernutzern. Wer kennt nicht die Anzeige „Not Enough Memory“ und war deshalb schon gefrustet?

Abhilfe schaffen da nur Speichererweiterungen.
Ich denke jeder von uns Amiga Usern wird schon mindestens eine Speichererweiterung in den Händen gehalten haben und weiß wovon ich rede.

Bei Speichererweiterungen muss man unterscheiden zwischen ChipMem Erweiterungen und FastRam Erweiterungen.
Der ChipRam des Classic Amigas ist meist alles andere als ausreichend, und wenn es um die Geschwindigkeit des ChipRams geht sieht es leider auch sehr mau aus. Also müssen wir uns auf FastRam Erweiterungen konzentrieren, aber woher nehmen für den Amiga 600?

Vor einiger Zeit veröffentliche die Seite http://lvd.nedopc.com die Baupläne für eine Amiga 600 FastRam Erweiterung.
Das sich die Amiga Community nicht 2 mal bitten lässt, haben vergangene Projekte und Sammelbestellungen bereits gezeigt.
Und so wurden in diversen Foren in England und in Deutschland (zb. a1k.org) Sammelbestellungen für die Bauteile der A608 Speichererweiterung organisiert.
Das Ergebnis (eine A608 mit 4 MByte) ist nun in meinem Amiga 600 gelandet und bereit zum Einsatz.
Da ich meine beiden Karten fertig zusammengebaut erworben habe kann ich leider über die Bestückung und Programmierung wenig sagen.
Soviel sei jedoch noch gesagt:
Die Karte ist als 4 oder 8 MByte Version erstellbar bzw. programmierbar. Die Karte kann also komplett mit 4 x 2 ( 8 MByte )Speichersteinen bestückt werden oder alternativ mit 2 x 2 (4 MByte ) Speichersteinen.

Ebenso ist es möglich die Karte mit 4 x 2 Speichersteinen zu bestücken, dann aber nur die 4 MByte Firmware zu flashen, so das der Amiga nur 4 MByte nutzt. Wer sich weiter mit der Materie beschäftigen will, sollte sich die Baupläne auf der oben genannten Seite downloaden.
Ich empfehle den handwerklich weniger geschickten (so wir mir zb.^^) euch, in den größten Amiga Foren regelmäßig umzuschauen um die nächste Bestellaktion nicht zu verpassen denn das zusammenbauen und programmieren erfordert einiges an Geschick und Können.

Die Karten:

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Schön zu sehen ist der Unterschied zwischen der 4 und 8 MByte Version.

Die unterschiedliche Farbe der Trägerplatinen hat keinen Einfluss auf die Qualität oder Eigenschaft der Erweiterungen. Die beiden Karten stammen lediglich aus unterschiedlichen Sammelbestellungen.
Zu beachten ist das beim Einbau der 8 MByte Version der PCMCIA Port nicht weiter nutzbar ist (da sich dort Speicherbereiche überlappen, und so der Port nicht mehr „ansprechbar“ ist).
Mit der 4 MByte Version gibt es dahingehend allerdings keine Probleme. Einige von euch kennen diese Problem vielleicht von älteren Turbokarten mit max. 8MByte FastRam.

Der Einbau:

Der Einbau ist denkbar einfach.
Beachtet werden muss jedoch das man die Karte vor dem Einbau isolieren sollte um Kurzschlüsse mit dem Amiga 600 Board oder anderen Karten zu vermeiden. Provisorisch tut es natürlich erst mal ein Stück Papier oder Plastik. Damit beim Transport jedoch nichts „verrutscht“ sollte man zb. „Klebeband (Tesafilm)“ dauerhaft verwenden.
Hat man diese Vorbereitungen getroffen sollte man den Amiga600 soweit auseinanderbauen das man die fest verlötete CPU des Amigas problemlos erreichen kann.
Die Karte muss nun auf den Prozessor gedrückt werden.
Vorsicht: Der Amiga muss normal vor einem „stehen / liegen“. Die Karte sollte man nun so aufsetzen das die Schrift unten Rechts Waagerecht zu lesen ist. Der Aufdruck Ivd/NedePC sollte also ca. 3cm vom PCMCIA Port (waagerecht) entfernt sein.
Nun wird die Karte aufgesetzt und mit ein wenig Druck zum einrasten auf dem Prozessor gebracht.
Ich habe unter meiner Karte noch ein paar Abstandshalter zum Mainboard angebracht (an den Enden die frei überstehen) so das die Karte einen festen Sitz behält.

Das Ergebnis:

Nachdem wir den Amiga wieder zusammengebaut haben, sollten wir die Workbench booten und schauen ob alles funktioniert hat.
Auf dem Foto (weiter unten) seht ihr eine funktionierende A608 mit 4 MByte FastRam in meinem Amiga600.
Die Programme wichamiga und sysinfo (Downloadlink unter dem Test) aus dem Aminet zeigen euch die Früchte eurer Arbeit noch mal detailliert.
Durch das nun zur Verfügung stehende FastRam empfehle ich euch das Programm FBlit aus dam Aminet. Es lagert einige Blitterfunktion aus dem langsamen ChipMem in das neue schnelle FastRam aus, so dass der Amiga merklich beschleunigt wird und euer ChipRam größtenteils frei bleibt.
Durch das FastRam (in Verbindung mit FBlit) habe ich eine merkliche Beschleunigung im Workbenchbetrieb festgestellt. Der Aufbau von Ordnern und Seiten erfolgt nun um einiges zügiger. Des weiteren habt ihr nun „ausreichend“ Platz zum packen und entpacken von Daten auf eurem Amiga. Und auch sysinfo zeigt einen leichten Perfomancezuwachs. Wichtig für mich war auch WHDLoad. Bis auf ein paar Speicherintensive Spiele konnte ich WHDLoad nun auch endlich erfolgreich auf meinem Amiga 600 einsetzen. Damit rückt der Wohnzimmer WHDLoad Amiga für mich nun in greifbare Reichweite.

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Fazit:

Der Erwerb solch einer Karte lohnt sich dann wenn man es „nur“ auf FastRam abgesehen hat und sich darüber im klaren ist das trotz einer merklichen Geschwindigkeitssteigerung die Karte kein Turbokartenersatz ist. Für ambitionierte Amiga User ist die neue ACA 630 sicherlich eine bessere und sofort verfügbare Alternative.
Für viele WHDLoad Spiele und für einfache Arbeiten reicht die Karte aber allemal aus und wertet den Amiga 600 deutlich auf.

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